David Wonschewski | Autor

Kulturjournalist – Romancier – bipolarer Bedenkenträger

An Tagen wie diesen. Heute: Led Zeppelin und die Treppe gen Himmel.

Am 8. November 1971 veröffentlichen Led Zeppelin ihr viertes Album. Ausgestattet mit vielen Songs, die über die Jahre zu Rockklassikern mutieren, dafür aber bar eines Namens wird die Platte heute im angelsächsischen Raum oftmals „Four Symbols“ genannt – oder aber, wie hier bei uns: Led Zeppelin IV. Das rostige Ölgemälde auf dem Plattencover hatte Robert Plant im Übrigen in einem Antikladen im englischen Reading, Berkshire, erworben.

Led Zeppelin IV hat sich bis zum heutigen Tag über 37 Millionen Mal verkauft und dabei mit seiner Mischung aus Heavy Metal, Folk und purem Rock’n’Roll jenen Sound definiert, der für viele Musikfreunde bis heute der originäre Rocksound der 70iger Jahre darstellt. Der ganz spezielle Led Zeppelin-Klang ergibt sich aus der Beimengung diverser traditionell-britischer Folk-Einflüsse, die ebenfalls in erster Linie Gitarrist Robert Plant zu verdanken sind, der hier erstmalig seiner Faszination für mythologisch-dramatische Sequenzen freien Lauf lässt. Als Höhepunkt darf hier die Ballade „The Battle Of Evermore“ betrachtet werden, die mit ihrer Mandoline und dem verzauberten Gesang von Sandy Danny von Fairport Convention einen klaren Fingerzeig in Richtung Mittelalter gibt. Das bekannteste Stück auf dem Album ist selbstredend „Stairway To Heaven“ – und das nicht ohne Grund, rufen Led Zeppelin hier doch binnen eines einzigen Liedes ihr komplettes Repertoire ab. Beginnend mit der handgezupften Gitarre und dem sensitiv-zerbrechlichen Gesang von Jimmy Page und sich in der Folge furios auftürmend zu einem wahren Rock-Monster, einer Ansammlung aus brillianten Gitarren-Riffs. Trotz medialer Überanspruchung – um es einmal nett zu formulieren – hat das Lied über die Jahre nur wenig von seinem Reiz verloren, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Led Zeppelin IV eine jener Platten ist, auf der im Grunde jeder einzelne Song das Rock-Genre neu definiert hat.

Ein Monolith von einer Platte.

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Ein Musikjournalist tobt sich aus – „Schwarzer Frost“ von David Wonschewski erscheint am 28. November 2012.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 8. November 2012 von in Journalist und getaggt mit , , , , , , , .
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